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So, Hand-Over-Party überstanden. Aber Moment mal, was war da denn eigentlich?


Wir haben die Geschäftsübergabe auf unsere Chefin Silke Frowein gefeiert.

Viele von euch kennen sie durch die Messen oder übers Telefon schon seit Jahren. Ich persönlich jetzt schon seit 12 Jahren, seit ich hier meine Ausbildung gestartet habe. 

Aber wer neugierig ist, mehr über sie zu erfahren, hat hier die Gelegenheit. Wir haben mal ein "kleines" Interview mit ihr geführt. 

Los geht's:


Hallo Silke. Vielleicht stellst Du Dich einfach mal kurz vor.


Gerne. Geboren wurde ich 1977 in Wuppertal, und bin aus dieser schönen Stadt nicht wirklich weggekommen.

Hier bin ich zur Schule gegangen, wo ich auch meinen Mann getroffen habe. Inzwischen sind wir 9 Jahre verheiratet und haben eine Tochter und einen Sohn.


 

Wie kam es dazu, dass Du in den Familienbetrieb eingestiegen bist? War das immer schon Dein Traum?


Nach dem Abitur 1996 stand ich vor der Frage, in welche Richtung das Leben gehen sollte. Ich fühlte mich nicht wirklich zu etwas berufen und verspürte nach 13 Jahren Schule keine Lust auf ein Studium. Daher entschied ich mich für eine Ausbildung zur Groß- und Außenhandelskauffrau in einer Firma für Fanartikel. 

Während dieser Ausbildung wurde mir dann aber schnell klar, dass das überhaupt nicht mein Fall war. Den ganzen Tag vorm Computer sitzen, Ablage, ... Damals war ich total unglücklich und habe die Ausbildung nur durchgezogen, weil ich Sachen beende, die ich angefangen habe. 

Ich hatte natürlich immer die Möglichkeit im Hinterkopf, bei meinem Vater in die Firma einzusteigen. Ich bin ja mehr oder weniger tatsächlich in der Stoffkiste aufgewachsen. 


Also war das die ganze Zeit Dein "Plan B" gewesen?

Na, zuerst war ich nicht besonders überzeugt von dieser Idee und nach den Erfahrungen in meiner Ausbildung erst recht dagegen. 

Allerdings war ich nach meiner Abschlussprüfung 1998 für 3 Monate in Australien, um mein Englisch zu verbessern und auch, um mal aus dem Tal rauszukommen. Als ich zurück kam, überredete mein Vater mich dann doch, es in der Firma zu versuchen. 

 

Das fiel Deinem Vater sicher nicht so schwer. Immerhin konnte er Dir ja eine Stelle in der Firmenleitung anbieten. Nicht wahr?

Ganz so einfach war das nicht! Ich fing an, in der Firma zu arbeiten, um das Geschäft von Grund auf zu lernen. Ich wickelte Stoffe, packte Pakete, verteilte Ware, bearbeitete Aufträge, telefonierte mit Kunden... und bevor es mir klar wurde, war ich der Firma mit Haut und Haaren verfallen. 

Denn nach einiger Zeit merkte ich, wie toll es ist, wenn man für eine Sache arbeitet, hinter der man selbst steht. Dass es einfach Spaß macht, wenn man positives Feedback von seinen Kund(inn)en bekommt und man eigene Ideen verwirklichen kann. 

Und natürlich verliebte ich mich in die vielen wunderschönen Stoffe. Einer meiner "All Time Favorites" ist zum Beispiel die Wee Wander-Serie von Sarah Jane oder ich liebe die neue Serie Arrow Flight von Michael Miller. 

 

Und war es gar kein Problem, den eigenen Vater zum Chef zu haben?

Mein Vater war zu meinem großen Glück ein toller Chef und Partner für mich. Außerdem war und ist er hauptsächlich im Außendienst tätig. Das Herumreisen liegt ihm einfach viel mehr. Mein Vater hat mich zwar irgendwie ins kalte Wasser geschmissen, aber andererseits auch schwimmen lassen, so wie ich es wollte. 

Es war natürlich ein langer Prozess, bei dem er mich immer unterstützt hat.

Wir hatten und haben auch heute oft unterschiedliche Meinungen, aber er hat mich meine eigenen Wege gehen und natürlich auch meine eigenen Fehler machen lassen. 

 

Klingt nach einer rundum glücklichen Familienbetriebsgeschichte!

Lange Zeit habe ich auch zusammen mit meiner Schwester in der Firma gearbeitet und wir haben uns wunderbar ergänzt. Das war eine tolle Zeit!

Leider ist Andrea letztes Jahr nach schwerer Krankheit verstorben. Ihr verdanken wir mitunter unser schönes neues Logo und die Website. Sie war ein sehr kreativer Mensch und hat sich mit Begeisterung auf neue Projekte gestürzt.

Ich bin sehr froh, dass ich diese Vorhaben nach ihrem Tod in ihrem Sinne beenden konnte.

So wird dieses Vermächtnis für uns und die Firma immer bleiben. 

Der Tod meiner Schwester hat natürlich auch einiges in meinem Leben relativiert und aufgezeigt, dass man manche Dinge nicht so wichtig nehmen sollte, sondern das Gesundheit und Glück im Leben das Wichtigste sind. Ich versuche immer wieder eventuellen Stress und Probleme unter diesen Gesichtspunkten zu sehen. 

Das klappt natürlich nicht immer. Aber wenn mein Sohn "ich hab dich lieb" zu mir sagt oder ich mit meinen Kindern kuschele, ist alles andere vergessen.

 

Na das ist verständlich! Was hat sich konkret für Dich geändert?

Ich versuche, das Hier und Jetzt mehr zu genießen und manches so zu akzeptieren, wie es ist.

Mittlerweile habe ich zum Beispiel aufgehört, Stoffe mit nach Hause zu nehmen, in der Hoffnung, daraus etwas zu nähen, da mir dazu einfach die Zeit fehlt.

Ich glaube, das letzte Mal habe ich vor der Geburt unserer Tochter etwas für ihre Wiege genäht (ich sage nur "Apple Dot in pink")...Und nach der Geburt unseres Sohnes blieb dann wirklich kein Raum mehr für Hobbys. Umso mehr bewundere ich viele unserer Kundinnen, die meistens auch Kinder haben, ein eigenes Geschäft managen und dann noch nebenbei super kreativ sind und die tollsten Sachen entwerfen und nähen. 

 


Jeder, der Kinder hat, wird das gut nachvollziehen können! Da gibt es immer und rund um die Uhr etwas zu tun. Wie entspannst Du denn dann mal?

Wenn ich mal abschalten möchte, lese ich mit Begeisterung und tauche in die Buchwelten regelrecht ein. Das kann ich dann wirklich stundenlang machen und an gar nichts anderes mehr denken.

Wahrscheinlich würden unsere Kinder nebenbei verhungern, wenn Daniel nicht wäre. Hier ein riesiger Dank an den weltbesten Ehemann, ohne dessen Unterstützung, in jeglicher Hinsicht, ich diese Firma gar nicht leiten könnte.

Ansonsten liebe ich es, tanzen zu gehen oder einfach einen schönen Abend mit Freunden zu verbringen.

 

Da steht also wirklich die ganze Familie hinter Dir und der Firma. Das ist ja in der Tat ein richtiges Familienunternehmen!

Ich empfinde es auch als großes Glück, sagen zu können, dass ich meinen Beruf liebe und darin aufgehe. Es ist aber nicht nur meine Familie, die das möglich macht. 

Ich habe wunderbare Mitarbeiter(innen) im Innen und Außendienst, die mich unterstützen, mit mir fiebern, Ideen einbringen und sich total engagieren und natürlich ganz viele liebe Kund(inn)en. 

 

Was gibt es denn, außer dem großen Wechsel in der Firmenleitung, noch an Neuigkeiten?

Dieses Jahr war sehr aufregend, weil wir unsere erste eigene Stoffkollektion zusammen mit brinarina präsentiert haben. Obwohl ich die Kollektion ja nicht selbst entworfen habe, kommt es mir wie "mein Baby" vor. Es hat mir einige schlaflose Nächte eingebracht, aber auch viel positives Feedback. Und somit bin ich schon wahnsinnig gespannt auf das Endergebnis, wenn wir den Stoff endlich in den Händen halten. 

Dies ist eine meiner (natürlich ganz wenigen) negativen Eigenschaften: ich möchte immer alles sofort und kann nur ganz schlecht warten. Dafür widme ich mich dann aber auch leidenschaftlich dem jeweiligen Projekt, weil ich immer mit Herz und Seele dabei bin. 

 

Ja, wir warten alle schon ganz gespannt auf die Kollektion! Was steht dann als nächstes an?

Mein nächstes, sehr umfangreiches Projekt wird die Umstellung unseres Warenwirtschaftssystems.

Ich träume davon, dass wir unseren Kunden Auftragsbestätigungen mit Fotos von den bestellten Stoffen zusenden können, so wie es bei unserem Onlineshop schon möglich ist. Aber das wird noch etwas dauern und ich sage nur "schlaflose Nächte"...

Ich schätze, dass es weiterhin spannend bleibt und in der Zukunft bestimmt noch so einiges passieren wird, woran ich jetzt noch nicht einmal denke. Ich freue mich auf viele interessante und anregende Kontakte und hoffe weiterhin auf das Vertrauen unserer Kunden und Mitarbeiter. 

 

Vielen Dank Silke, für dieses tolle und interessante Gespräch!

WS